Die Geschichte des EHC-Dortmund

Als der Eishockey-Club Dortmund am 10.10.1996 gegründet wurde lag das wichtigste Ziel darin, wirtschaftlich korrekt und seriös zu arbeiten und den Verein auf eine gesunde Basis zu stellen. Da zum Gründungszeitpunkt die Saison bereits begonnen hatte, musste man bis Anfang 1997 warten um in den offiziellen Spielbetrieb des Landesverbandes NRW aufgenommen zu werden. So konnten anfangs nur drei Freundschaftsspiele bestritten werden. Das erste dieser Spiele fand dann am 27.10.1996 statt. Gegner war die zweite Mannschaft des EC Lünen und der EHC gewann die Partie mit 10:2. Anfang 1997 wurde der EHC Dortmund dann vom LEV in die Runde des Regionalpokals NRW eingegliedert und das erste Meisterschaftsspiel fand am Sonntag, dem 26.01.97 im Eissportzentrum an den Westfalenhallen gegen den Dinslakener EV statt. Nach gutem Start ging das Spiel unglücklich mit 3:5 verloren, nur fünf Tage später gab es dann aber in Dinslaken mit 11:2 den ersten EHC-Sieg.

In der Saison 1997/98 startete der EHC in der Verbandsliga und wurde am Jahresende klarer Meister. Weiter ging es dann Anfang 1998 mit der Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Sie wurde auf einem hervorragenden dritten Platz beendet. Ab der Saison 1998/99 spielte der EHC dann 11 Spielzeiten lang ununterbrochen in der Regionalliga NRW. Große sportliche Ansprüche konnten allerdings in den ersten Jahren bedingt durch ein knappes Budget nicht gestellt werden. Dafür überlebte man aber in dieser Zeit viele Vereine, die sportliche Erfolge mit finanziellen Pleiten bezahlen mussten. Dass dies beim EHC nicht passieren konnte, dafür sorgte die Vereinsführung mit seriöser Arbeit und dem Blick für das Machbare. So folgte in der Regel in jeder Saison auf die Regionalliga-Hauptrunde im zweiten Saisonabschnitt die Relegationsrunde.

Erst mit Beginn der Spielzeit 2005/06 setzte mit dem neuen Vorstandsduo Dr. Günter Kuboth und Gerd Alda sowie der Firma KiK als Hauptsponsor der sportliche Aufschwung ein. Sofort konnte die Oberliga-Aufstiegsrunde erreicht werden. Eine Saison später musste ein kleiner Rückschlag eingesteckt erden. Mit Platz sieben in der Regionalliga wurde die Aufstiegsrunde um einen Punkt verfehlt. Die folgende Saison 2007/08 brachte dann aber die Regionalliga-Meisterschaft und anschließend Platz zwei in der Aufstiegsrunde. Es folgten die Play-Offs mit zwei Siegen gegen Hügelsheim und das denkwürdige Finale gegen Herne. Nach einer 5:6-Heimniederlage führten die Westfalen Elche zwei Tage später am Gysenberg bereits mit 4:1, mussten die Gastgeber aber noch auf 3:4 herankommen lassen. Das notwendige Penaltyschiessen wurde durch einen einzigen Treffer entschieden und den schaffte Tim McVaugh für den HEV. Damit mussten die Dortmunder Aufstiegshoffnungen vertagt werden.

Ein Jahr später war es dann aber so weit. Zuerst wurde Ende Dezember 2008 die Regionalliga-Meisterschaft verteidigt und dann erneut der zweite Platz in der Aufstiegsrunde erreicht. Die Play-Offs um den Aufstieg waren dann eine klare Sache für die Westfalen Elche. Zuerst gegen Neuss und dann gegen die DEG wurden mit insgesamt 18:4 Toren alle vier Begegnungen klar gewonnen. Damit war der bis zu diesem Zeitpunkt größte Erfolg in der Vereinsgeschichte perfekt. Die Saison 2009/10 in der (letztmaligen) eingleisigen Oberliga brachte für die Westfalen Elche ein herausragendes Ergebnis. Mit Frank Gentges konnte ein erfahrener und hoch motivierter Cheftrainer und Sportmanager in Personalunion verpflichtet werden. Der ehemalige Erstligaspieler stellte im Vergleich zu den Oberligafavoriten mit relativ bescheidenen Mitteln ein tolles Team zusammen. Die Zielsetzungen wurden im Saisonverlauf immer weiter ausgebaut, denn der EHC Dortmund hielt in der neuen Umgebung trotz der weiten Auswärtsfahrten (ca. 25000 Kilometer Busfahrten) hervorragend mit. Zwar mussten die Elche anfangs zuhause gegen die Topmannschaften noch einiges an Lehrgeld zahlen, dafür gab es aber vor allem in Bayern Auswärtserfolge am Fließband. In der zweiten Hälfte der Doppelrunde konnte man sich dann endgültig an der Tabellenspitze hinter dem großen Favoriten Herne festsetzen. Der 2. Platz in der Oberliga-Abschlusstabelle war für alle eine (sehr erfreuliche) Überraschung. Auch in den Play-Offs konnten die Elche überzeugen. Gegen Passau setzte man sich in fünf Spielen klar durch und zog ins Halbfinale gegen Peiting ein. Dass das Gentges-Team das Finale nicht erreichte, war etwas unglücklich. Dreimal verlor man (bei einem EHC-Sieg nach regulärer Spielzeit) gegen die Oberbayern erst in der Verlängerung, aber dieses knappe Ausscheiden konnte den tollen Saisonerfolg der Westfalen Elche in ihrer ersten Oberliga-Saison nicht trüben.

In der Saison 2010/11 gab es noch eine weitere Steigerung. Nach 40 Spielen konnte Ende Februar 2011 die Meisterschaft in der Oberliga West gefeiert werden. Mit 10 Punkten Vorsprung konnten sich die Westfalen Elche gegen die Favoriten aus Duisburg, Bad Nauheim und Essen durchsetzen. Auch in der Oberliga Endrunde mit den Vereinen aus dem Norden und Osten setzte sich der EHC durch und ging als Erster in die Play-Offs um den Aufstieg zur 2. Bundesliga. Hier traf man auf das Überraschungsteam aus dem Süden, den EHC Klostersee. Die Grafinger hatten sich schon in den Pre-Play-Offs der Oberliga Süd gegen Füssen etwas unerwartet gegen den EV Füssen durchgesetzt und erwiesen sich auch gegen die Elche als äußerst unangenehm. Zweimal musste sich der Dortmunder EHC trotz eines Chancen-Plus geschlagen geben. Der 4:1-Sieg der Elche in Spiel drei brachte noch einmal Hoffnung, aber im nächsten Aufeinandertreffen scheiterten die Westfalen Elche dann in Grafing erneut an der Chancenverwertung und unterlagen unglücklich mit 3:4.

In 43 Städten oder Gemeinden hat der EHC Dortmund bisher in den 15 Jahren um Meisterschaftspunkte gekämpft. Hier die komplette Übersicht (in alphabetischer Reihenfolge): Bad Nauheim, Bad Tölz, Bergisch Gladbach, Bergkamen, Bielefeld-Brackwede, Chemnitz, Darmstadt, Deggendorf, Dinslaken, Dorsten, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frankfurt, Füssen, Gelsenkirchen, Grafing, Grefrath, Hamm, Herford, Herne, Hügelsheim, Iserlohn, Köln, Krefeld, Landsberg, Lauterbach, Moers, Neuss, Neuwied, Passau, Peiting, Ratingen, Rosenheim, Rostock, Siegen-Netphen, Solingen, Stuttgart, Trier, Troisdorf, Unna-Königsborn, Wesel und Wiehl. Mit Kassel folgt in der Saison 2011/12 nun das 44. Reiseziel.

(Klaus Picker – Oktober 2011)

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